Innovation für dentale Röntgendiagnostik (DZW – Die Zahnarzt Woche Ausgabe 02/2016)


Röntgen: Messrolle macht Messschablonen bei Orthopantomographie überflüssig

Die MaiMed GmbH (Neuenkirchen) vertreibt nach eigenen Angaben ab sofort eine Innovation für die Röntgendiagnostik von Zahnärzten und Implantologen. Wie der Hersteller von Schutz-, Pflege-, sowie Hygiene- und Medizinprodukten mitteilte, macht die Röntgenmessrolle Römer die „aufwendige Herstellung von Röntgen-Messschablonen bei Panoramaaufnahmen des Kiefers (Orthopantomogramm, kurz OPG) künfig überflüssig“.

Die mit einem Zahnarzt zusammen entwickelte Röntgenmessrolle besteht aus einem dentalen Baumwollträger, in den eine Metallkugel als Referenzkörper eingebettet wurde. Anhand der vordefinierten Größe des Referenzkörpers von 5 Millimetern (mm) können bereits beim ersten Termin schnell und kosteneffizient die räumlichen Gegebenheiten (vertikale Relationen, interalveoläre Distanzen, Knochenprofile und -angebot) vermessen werden, so eine Pressemeldung. Der Abdruck des Kiefers, die Erstellung eines Modells und die Anpassung einer Röntgenschablone im Dentallabor könnten künfig entfallen (Zeitaufwand bis zu 14 Tage). „Unsere Neuentwicklung schafft eine Winwin Situation für Zahnarzt und Patient: geringer Arbeitsaufwand und Zeitgewinn für den Mediziner und niedrigere Kosten für den Patienten“, sagt Holger Harms, Geschäfsführer der MaiMed GmbH. „RöMeR ist von der Röntgenassistenz bei jedem OPG einsetzbar und liefert schnell und kosteneffizient die gewünschten Ergebnisse.“ Die Röntgenmessrolle wurde in unterschiedlichen zahnärztlichen Forschungseinrichtungen und Praxen getestet und positiv bewertet. Sie lasse sich sofort in den Praxisalltag integrieren und zeige bereits mit dem ersten OPG, welche Behandlung angezeigt sei, sagt beispielsweise der Schweizer Implantologe und international tätige Referent Dr. Ernst Fuchs. Weitere Patientenbesuche zur Diagnostik seien nicht nötig. Der Vertrieb der Röntgenmessrolle Römer startet in diesem Winter auf dem deutschen Markt, so der Hersteller. Die Einführung im europäischen Ausland, in den USA und in Asien soll sukzessive folgen. Rund 60 Prozent der herkömmlichen orthopantomographischen Aufnahmen in Deutschland werden analog aufgenommen, die restlichen etwa 40 Prozent sind digitale Daten, heißt es in der Presseinformation. Implantologen würden zu einem geringen Anteil auch computertomographische Aufnahmen und digitale Volumentomographien nutzen (ca. 2 bis 3 beziehungsweise 5 Prozent aller Aufnahmen). Hier lägen die Kosten pro Aufnahme deutlich höher, dies gelte auch für die Strahlenbelastung des Patienten. Insgesamt stieg die Anzahl der OPGs in Deutschland von 6,3 Millionen (KZBV Jahresbuch 2000–2014, abgerechnete BEMA-, GOZ/GOÄ-Positionen) im Jahr 2001 auf 9,3 Millionen im Jahr 2013, so MaiMed. Dies entspreche einem Anstieg von etwa 3,3 Prozent pro Jahr. Die Herstellung einer Röntgenmessschablone bei der Hälfte aller OPG unterstellt, beliefen sich die Zusatzkosten für die Patienten im Jahr 2013 auf schätzungsweise 6,972 Millionen Euro. Der Einsatz der Röntgenmessrolle Römer sei hier deutlich ökonomischer.